Cyber-Mobbing erkennen

Quelle: S. Hofschlaeger

Cyber-Mobbing, quasi die moderne Form des Mobbings, hat mindestens ebensolche Folgen wie “direktes” Mobbing. Es kann bis zum totalen Verlust der Lebenslust des Betroffenen führen. Das frühzeitiges Erkennen eines Cyber-Mobbing-Opfers, kann daher enorm wichtig sein, damit schwerwiegende Folgen vermieden werden können.

Opfer von Cyber-Mobbing, haben oft Hemmungen sich mitzuteilen. Das stellt Angehörige und Lehrer vor ein großes Problem, denn die Anzeichen für Cyber-Mobbing-Opfer sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Der wichtigste Rat lautet daher, aufmerksam zu sein und beim Vorliegen eines konkreten Verdachtes den Betroffenen offen ansprechen.

Die Maßstäbe zum Erkennen von Cyber-Mobbing unterscheiden sich kaum von denen des normalen Mobbings; beide haben ähnliche psychische Auswirkungen auf das Opfer. Gerade für Lehrer ist eines der ersten Warnzeichen, dass sich das Klassenklima verschlechtert oder Freundschaften plötzlich zerbrechen. Nicht selten sind es die vormals nahstehenden Personen, die zum Beispiel aufgrund eines Streites zu Tätern werden. Diese kennen viele intime Details des Betroffenen und können diese auf anonymen Weg gezielt verbreiten oder änliches. Auch die Ausgrenzung von einzelnen Schülern kann ein Hinweis auf (Cyber-)Mobbing.

Signale können sein:

Verhaltensänderungen:

  • Rückzug
  • Aggressivität
  • Leistungsabfall

Körperliche und psychische Reaktionen:

  • Konzentrationsprobleme, Lernstörungen, Antriebslosigkeit, Angst, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Kopf- und Bauchschmerzen, …

Anpassungsversuche

Vermeidungsverhalten

Sicherheit / Schutz suchen

Isolierung/Ausgrenzung:

  • Gruppenarbeit, Pause, Sport

Geringer Klassenzusammenhalt oder nur Gemeinschaftsgefühl, das auf gemeinsamen Feindbildern besteht

Ausweichen, wenn über Klassenprobleme diskutiert wird

Hämisches Lachen über Fehler

Geringe Bereitschaft zu Klassenaktivitäten

Fehlen und Beschädigung von Schulsachen

Fehlzeiten und Schulverweigerung

Dominanz von Schülern mit aggressivem Verhalten und geringer Sozialkompetenz

Quelle: Lafleur, Frank (2011)

 

Die Eltern haben gegenüber Lehrern eher mehr Möglichkeiten. Wenn man als Elternteil Verhaltensänderungen bei seinem Kind feststellt, dann sollte man wachsam auf weitere Anzeichen achten.

Sehr offensichtlich sind dabei Verhaltensänderungen wie eine plötzliche Verschlossenheit, das Kind erzählt zum Beispiel nichts mehr aus der Schule oder von Unternehmungen mit Freunden. Ein deutlicher Leistungsabfall in der Schule kann ebenfalls ein Anzeichen für ein Cyber-Mobbing sein oder auch das neu auftretende intensive Interesse an Computerspielen.

Wenn das Kind auffällig oft an unerklärbaren Krankheiten leidet (wie zum Beispiel Kopf- oder Magenschmerzen), der Schulgang nur ungerne erfolgt oder persönliche Gegenstände häufig “verloren” werden, dann kann das auch ein Hinweis auf Cyber-Mobbing sein.

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